Bei einem In-Home-Usage-Test (IHUT), also einem Produkttest im eigenen Zuhause, wird ein Produkt zu Menschen nach Hause geschickt, und sie nutzen es so, wie sie es normalerweise tun würden. Werte aus einem Fragebogen zeigen, ob es ihnen gefallen hat. Video zeigt, warum: Sie sehen, wie sie es öffnen, wo sie es hinstellen, was sie mit der Anleitung machen und welches Gesicht sie beim ersten Ausprobieren machen.
Hier ist ein Plan Tag für Tag, der für die meisten Konsumgüter funktioniert, von Lebensmitteln und Getränken über Körperpflege bis zu Haushaltsprodukten.
Vor der Studie: Die Logistik bestimmt das Timing
Das Produkt muss vor Tag 1 ankommen. Planen Sie zuerst den Versand und laden Sie Teilnehmende ein, sobald ihr Paket unterwegs ist. Bei Zolensa ist Tag 1 der Tag, an dem die jeweilige Person die Einwilligungserklärung unterschreibt. So erhalten auch Personen, deren Paket später ankommt, die Aufgaben in der richtigen Reihenfolge.
Legen Sie außerdem fest:
- Mit Marke oder blind? In einem Blindtest vermeiden neutrale Verpackungen Markeneffekte. Bitten Sie Teilnehmende, keine anderen Marken vor der Kamera zu zeigen.
- Ein Produkt oder mehrere? Für einen Vergleich teilen Sie Teilnehmende in Gruppen ein, eine pro Produkt oder Testzelle.
- Was muss vertraulich bleiben? Nicht eingeführte Produkte brauchen ein Kästchen zur Vertraulichkeit in der Einwilligungserklärung.
Tag 1: Auspacken und erste Eindrücke
Bitten Sie um ein Video, bevor die Teilnehmenden irgendetwas lesen: „Öffnen Sie das Paket vor der Kamera und sagen Sie uns dabei, was Sie denken.“ So erfassen Sie die erste Reaktion auf Verpackung, Größe und Aussehen.
Dann ein paar kurze Fragen: der erste Eindruck auf einer Bewertungsskala und in eigenen Worten, was das Produkt ihrer Erwartung nach leisten soll.
Tag 2: Erste Anwendung
Die wichtigste Aufgabe. Bitten Sie Teilnehmende, sich bei der ersten Anwendung des Produkts zu filmen, an dem Ort, an dem sie es normalerweise nutzen würden. Achten Sie darauf:
- ob sie die Anleitung lesen, und wann
- wo sie zögern oder etwas falsch machen
- was sie beim ersten Schmecken, Riechen oder Berühren sagen
Danach folgt eine Matrixfrage: Zeilen für die wichtigen Eigenschaften (zum Beispiel Geschmack, Textur, Anwendung, Geruch, Preis-Leistung), jeweils auf derselben Skala.
Tage 3 bis 10: Nutzung im Alltag
Jetzt wird das Produkt Teil des normalen Lebens. Halten Sie den Aufwand gering. Eine wiederholbare Aufgabe „jedes Mal, wenn Sie es nutzen“ sammelt kurze Einträge: ein Foto oder ein kurzes Video und ein oder zwei schnelle Fragen. Ergänzen Sie in der Mitte eine Abendaufgabe, etwa „Zeigen Sie uns, wo Sie es jetzt aufbewahren, und warum dort.“
Hier sehen Sie, was ein Fragebogen übersieht: das Produkt, das nach hinten in den Schrank gewandert ist, für etwas Unerwartetes genutzt oder mit jemand anderem im Haushalt geteilt wird.
Letzter Tag: das Fazit
Wiederholen Sie dieselbe Matrix und dieselben Bewertungen wie an Tag 2, damit Sie die erste Anwendung mit dem Ende vergleichen können. Stellen Sie dann die offenen Fragen:
- „Würden Sie es kaufen? Warum oder warum nicht?“ als kurzes Video
- „Was würden Sie ändern?“
- Ein Weiterempfehlungswert auf einer Skala von 0 bis 10
Nachfragen während des Tests
Die wertvollsten Erkenntnisse kommen oft aus einer Rückfrage. Sinkt eine Bewertung zwischen Tag 2 und dem Ende, fragen Sie nach dem Grund, im selben Verlauf wie der Eintrag. Macht jemand im Video etwas Unerwartetes, fragen Sie am nächsten Tag danach.
Einen IHUT analysieren
Stellen Sie die strukturierten Antworten nebeneinander: Matrix-Antworten und Bewertungen von der ersten Anwendung und vom Ende. Suchen Sie dann in den Videos und Notizen nach den Gründen. Die KI kann Themen über alle Einträge vorschlagen, jeweils mit Zitaten und den Momenten, aus denen sie stammen. Prüfen Sie sie, behalten Sie, was standhält, und markieren Sie die besten Clips als Highlights.
Für das Debriefing macht ein kurzes Highlight-Reel mit ersten Reaktionen und abschließenden Urteilen die Ergebnisse für den Kunden greifbar. Zehn echte Menschen, die das Produkt ausprobieren, sagen mehr als eine Folie mit Durchschnittswerten.
Häufige Fehler
- Starten, bevor das Paket ankommt. Niemand kann filmen, was er nicht hat.
- Nach Meinungen fragen statt nach Nutzung. „Zeigen Sie uns“ schlägt „Erzählen Sie uns“.
- Die Fragen ändern. Nutzen Sie am Anfang und am Ende dieselbe Matrix, sonst können Sie nicht vergleichen.
- Zu viele tägliche Aufgaben. Kurze wiederholte Einträge halten Teilnehmende bei der Stange.
Mit Zolensa können Sie all das in einer Studie umsetzen: Gruppen für jede Testzelle, Matrix- und Bewertungsfragen, wiederholbare Aufgaben, Rückfragen und Highlight-Reels. Mehr dazu im Anwendungsfall In-Home-Produkttests.




